Der richtige Notruf
Notruf europaweit: 112
Die deutsche Notrufnummer 112 ist mittlerweile europaweit als Notrufnummer eingerichtet. Sie gilt inzwischen in 39 Staaten. Sie gilt außer in der EU z. B. noch in der Schweiz, Liechtenstein, Norwegen und Island. Lediglich Bulgarien hat den Notruf 112 noch nicht vollständig umgesetzt. Auch vom Mobilfunknetz erreicht man überall über die 112 die Notrufzentralen.
Die Notrufnummer 112 — wie auch die 110 für die Polizei — sind jederzeit ohne Vorwahl erreichbar und erwirken eine Vorrangschaltung, so dass auch bei überlasteten Telefonnetzen sowie selbst bei Stromausfall eine Verbindung zu Stande kommt. Auch vom Handy aus ist keine Vorwahl zu wählen. Das Handy muss aufgeladen sein und Verbindung zum Mobilfunknetz haben. Seit dem 1. Juli 2009 wird eine betriebsbereite SIM-Karte benötigt um den Notruf zu erreichen. Achtung bei Prepaid-Karten. Diese werden bei Nichtgebrauch vom Provider irgendwann deaktiviert. Dann läßt sich auch der Notruf nicht mehr erreichen. Sollte das eigene Netz nicht erreichbar sein, sondern nur ein Fremdnetz, wird der Notruf automatisch über dieses Fremdnetz ausgeführt. Die Nummer 112 besitzt Vorrang. Sollten alle Leitungen im Netz besetzt sein, wird nötigenfalls sogar ein laufendes Gespräch abgebrochen um den Notruf durchzustellen.
Der Missbrauch des Notrufs ist strafbar. Sollten Sie jedoch der Meinung sein, dass ein Notfall vorliegt und es sich später als falsch erweisen sollte, werden Ihnen keine Kosten oder Strafverfahren entstehen.
Die Rettungskräfte kommen lieber einmal zuviel als zu spät!
Weiterführende Informationen:
Entdecken Sie die europäische Notfallnummer – 112
Informationsblatt der EU über die Notrufnummer 112 (pdf, ca 300 kB)
Verordnung über Notrufverbindungen (NotrufV)
The 112 Foundation (englisch)
"112" kann europaweit Leben retten (BMI - Bundesministerium des Inneren)
Verbesserte Notrufabfrage bei Notfällen
Am 3. April 2008 wurde in der Rettungsleitstelle Hamburg für den europaweiten Notruf 112 ein standardisierter Ablauf der Notrufabfrage in Verbindung mit einem Qualitäts- managementsystem eingeführt. Verbindliche, standardisierte Vorgaben für den Ablauf der medizinischen Notrufabfrage gab es bisher nicht. Das standardisierte Medizinische Abfrageprotokoll (SMAP) legt nun den Ablauf der Notrufabfrage fest.
Der Disponent meldet sich mit folgenden Fragen. Je nach Art des Notfalls folgen dann weitere Fragen.
- „Feuerwehr und Rettungsdienst Hamburg, wo genau ist der Notfallort?“
- „Wie lautet Ihre Rückrufnummer?“
- „Was ist das Problem? Sagen Sie mir genau, was passiert ist.“
Die beiden wichtigsten Punkte sind dabei:
- Warten auf Fragen.
- Nicht auflegen. Der Disponent beendet das Gespräch.
Weiterführende Informationen:
http://www.hamburg.de/feuerwehr/263028/notrufabfrage-feuerwehr-hamburg.html
Der Notruf als Teil der Rettungskette
Genau genommen ist der Notruf ein Glied in einer Kette von Hilfeleistungen nach einem Notfall. Die ganze Rettungskette sieht so aus:
1. Kettenglied: Sofortmaßnahmen
2. Kettenglied: DER NOTRUF
3. Kettenglied: Erste Hilfe
4. Kettenglied: Rettungsdienst
5. Kettenglied: Krankenhaus
Der Notruf besteht aus 5 Aussagen, die Sie aus folgenden W-Wörtern herleiten:
1. Was geschah?
Sie sollten die Unfallsituation kurz beschreiben, damit die Leitstelle die notwendigen Maßnahmen daraus einleiten kann (z. B. Feuer, Verkehrsunfall, bewusstlose Person etc).
2. Wo geschah es?
Sie sollten möglichst genaue Angaben über den Unfallort machen. Nur eine genaue Ortsangabe (Ort, Straße, Hausnummer u.s.w.) erspart dem Rettungsdienst unnötiges suchen. Auch ergänzende Angaben wie z.B. Wegbeschreibungen sind von Bedeutung. Sind sie am Unfallort fremd, bitten Sie Passanten um Hilfe bei der Ortsbestimmung.
Besonders Mobilfunkbesitzer müssen die Ortsangaben sehr genau machen, da eine Ortung des Mobiltelefons die Zeit bis zum Eintreffen der Rettungskräfte deutlich verzögern kann.
3. Wie viele Verletzte?
Sie müssen die Anzahl der Verletzten angeben. Das ist wichtig für den Abtransport mit Rettungs- und Krankenwagen.
4. Welche Art von Verletzungen?
Sie sollten dabei besonders lebensbedrohliche Verletzungen schildern, damit gegebenenfalls der Notarzt mit entsandt wird. Statt Verletzungen kann auch eine Krankheit (z.B. Diabetes) oder eine Vergiftung zum Notfall führen.
5. Warten auf Rückfragen!
Das Gespräch wird grundsätzlich von der Leitstelle beendet. Sonst sind keine Rückfragen möglich. Geben Sie dabei Ihren Namen und Rückrufnummer an. Erwarten Sie die Einsatzkräfte an der Unfall– bzw. Einsatzstelle und weisen Sie diese ein.
Sofortmaßnahmen und Eigenschutz gehen aber in jedem Fall vor!
Bleiben Sie so lange am Telefon, bis die Einsatzzentrale das Gespräch beendet.
Bitte bedenken Sie, dass jede ungenaue, falsche oder fehlende Angabe zu einer erheblichen Zeitverzögerung führen kann, die im Einzelfall lebenswichtige Minuten verstreichen lässt.
